Ausgangslage

Hohe Abflüsse traten in den letzten 15 Jahren im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten gehäuft auf. 1999 und 2005 war Bern von sogenannt hundertjährlichen Hochwassern betroffen. Dieses erhöhte Hochwasserrisiko erfordert Massnahmen für einen besseren Schutz.

Städtebauliche Ausgangslage

Die  Stadt Bern liegt auf einer Halbinsel. Diese Halbinsel bot den Stadtgründern Schutz vor Angreifern und die Aare war gleichzeitig Handelsweg, Wasserreservoir und Energielieferantin. Heute ist die Aare vor allem für die Naherholung wichtig. Im Fall Hochwasser ist sie aber für die Quartiere, die im Verlauf der Jahrhunderte am Aareufer entstanden sind, auch eine Bedrohung.

Hydrologische Ausgangslage

Die Aare in Bern birgt mehrere hydrologische Herausforderungen:

  • Geringe Abflusskapazität: Die Aare kann heute rund 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schadenfrei durch die Stadt führen. Höhere Abflüsse führen zu Schäden. Die Kapazität kann nur mit grösseren baulichen Massnahmen erhöht werden.
  • Schneller Anstieg: Die Aare kann, wie beim Hochwasser 2005, schnell ansteigen. Für Vorkehrungen und Interventionen bleibt daher im Notfall wenig Zeit. 
  • Durchlässiger Untergrund: Die Aareufer sind durchlässig, die Aare korrespondiert mit dem Grundwasser. Das Wasser dringt nicht nur über die Ufer sondern auch durch den Untergrund in die Quartiere ein.
  • Hindernis Schwelle: Schwemmholz kann sich in der Schwelle verkeilen und den normalen Lauf der Aare versperren.
  • Gehäufte Hochwasser: In den letzten 15 Jahren sind in Bern Hochwasser gehäuft aufgetreten. Aufgrund diverser Faktoren muss auch in Zukunft mit Hochwassern gerechnet werden.

Politische Ausgangslage

Die Schutzziele für Hochwasser werden vom Kanton vorgegeben. Für Bern ist dies der Schutz vor einem sogenannt 100-jährlichen Hochwasser. Gleichzeitig müssen die Projekte und Vorhaben aber auch stadtintern politische Prozesse durchlaufen. Dabei wird darauf geachtet, die betroffene Bevölkerung sowie Interessenvertreter in den Prozess einzubeziehen.